Alkohol und Sozialismus – eine Sittengeschichte des proletarischen Trinkens

Montag, 13.10., 19:30 Uhr, B-Lage (Mareschstraße 1, 12055 Berlin)

Schon in den 1890er Jahren gab es eine heftige Debatte zu Drogen und Politik. Im Mittelpunkt stand der Alkoholkonsum der ArbeiterInnenklasse und die Frage: Vertragen sich Sozialismus und Alk? Oder ist Nüchternheit die Voraussetzung für politische Kämpfe? Der Sozialdemokrat Karl Kautsky argumentierte zwar gegen die Trunksucht, verteidigte jedoch die Kneipe als zentralen Organisationsort der Bewegung. Seit der stärkeren Verbreitung obergärigen Biers in den 1870er Jahren hatte eine wachsende Mehrheit der Klasse den anfänglichen Elendsalkoholismus überwunden und eine eigene Kneipenkultur entwickelt.

Diese Kneipenkultur stellte die soziale Basis für alle politischen Aktivitäten der klassischen Arbeiterbewegung dar, bedeutete jedoch als Männerwelt auch eine Spaltung der Bewegung entlang der Geschlechterlinie.

Referent: Ralf Hoffrogge, Autor der Einführung „Sozialismus und Arbeiterbewegung” in der Reihe theorie.org

veranstaltet von la:iz in Kooperation mit der FSI Geschichte

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