Studierendenproteste an der FU: 65 Jahre Gegenuniversität

Dienstag, 7.10., 16:00 Uhr, Raum JK 29 112

In der offiziellen Darstellung wird die 1948 gegründete FU als „deutsches Oxford“ im Grünen vermarktet, als ein friedlicher Hort von „Exzellenz“ und Wissenschaftsfreiheit. Wenig bekannt ist dass sich die Gründung einer „Freien“ Universität in Westberlin auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges nicht nur als Siegeszug liberaler Wissenschaftsfreiheit gegen die Stalinisierung der DDR lesen läßt, sondern dass die FU Berlin von Anfang an eine Studentische Gegenuniversität war, mit starker Selbstverwaltung und studentischer Mitsprache in allen Bereichen der Universitätsorganisation. In den 1950ern eingeschlafen und 1967 von einer kraftvollen Studierendenbewegung neu eingefordert war studentisches Mitreden immer wieder Thema, die Dahlemer Universität seitdem für jede Generation von Studierenden ein ort gesellschaftlicher Kämpfe: um die Rolle der Wissenschaft zwischen Emanzipation oder postfaschistischer Restauration, um den Abbau von Bildungsprivilegien, gegen die neoliberale Zuschneidung von Menschen und Wissenschaft zu „Humankapital“ mit vermarktbaren Skills.

Der Historiker und ehemalige ASTA-Referent Ralf Hoffrogge wagt in diesem Workshop eine tour de force durch sechs Jahrzehnte studentische Politik von 1948 über die 68er bis hin zum Studierendenstreik 2003/2004 und seinen Nachbeben.

veranstaltet von la:iz in Kooperation mit der FSI Geschichte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.